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Und wir lassen das zu. Viele glauben immer noch, wir täten Kindern etwas
Gutes, wenn wir die Kinder- gärten zur bildungsfreien Zone erklären,
um die lieben Kleinen vor früher Überforderung und Leistungs- druck
zu schützen. Kinder wollen sich mit anderen Kindern messen – warum
meinen wir, sie so lange wie möglich vor den vermeintlichen Zumutungen des
Wettbewerbs bewahren zu müssen? Warum sind wir, neben Österreich, das
einzige europäische Land, das eine einheitliche Hochschulausbildung für
Erzieher(innen) nicht für erforderlich hält? Warum bezahlen wir sie
so schlecht? Warum definieren wir keine verbindlichen Fortbildungsstandards für
diesen Beruf, wie es die Japaner tun? Warum gibt es keinen organisierten Erfahrungsaustausch
zwischen Kindergärten und Schulen? Warum sind unsere Erwartungen an diesen
Bereich so gering? Fragen, gute Fragen.
Meine Antwort lautet: Wir sollten besser früh investieren statt spät
reparieren. Wir brauchen mehr Ganz- tags- und mehr Krippenplätze –
die bestehende Unterversorgung nötigt besonders Müttern die Entschei-
dung zwischen Kind und Karriere auf, obwohl die Mehrheit von ihnen beides möchte.
Wir müssen die Förderrichtlinien ändern, um privaten Anbietern
gleiche Chancen zu gewähren. Durch Kitacards und Gütesiegel würden
wir mehr Transparenz und mehr Kundenorientierung schaffen. Und das Wichtigste:
Wir müssen künftig einen klaren Bildungsauftrag für unsere vorschulischen
Einrichtungen formulieren und den Beruf des Erziehers und der Erzieherin so
qualifizieren, dass er dieser Zukunftsaufgabe ge- wachsen ist.
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